Der Mitgliederzuwachs im Geschäftsjahr 2018 lag etwas über dem Mitgliederzuwachs des Vorjahres und bewegte sich im Mittel der vergangenen 5 Jahre. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass der Mitgliederzugang in den einzelnen Jahren sehr stark schwanken kann. Prognosen sind nur schwer möglich. Für die nähere Zukunft ist mit größeren Veränderungen in den Durchschnittszahlen grundsätzlich nicht zu rechnen. Die Anzahl der Versorgungsempfänger wird aufgrund des Altersaufbaus, insbesondere im Bereich der vorgezogenen und regulären Altersruhegelder, in vorhersehbarem Rahmen ansteigen; hierdurch bedingt wird die Gesamtzahl der aktiven Mitglieder zukünftig weitgehend stagnieren oder sogar langfristig leicht rückläufig sein.

Einer besonderen Beobachtung bedarf regelmäßig die Modifikation der gesetzlichen Grundlagen für die Beitragserhebung. In der nachfolgenden Tabelle sind die Veränderungen vom Jahr 2015 bis zum Jahr 2019 gegenübergestellt:

Die für 2019 durch den Gesetzgeber festgelegten Parameter für die Beitragserhebung lassen keine deutlichen Veränderungen im Beitragsaufkommen erwarten. Trotz des konstanten Beitragssatzes in Höhe von 18,6 % dürfte das Beitragsvolumen abermals geringfügig steigen, bedingt durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Voraussetzung ist jedoch, dass sich keine ganz wesentlichen Veränderungen im Mitgliederzugang ergeben.

Eine verlässliche Prognose der Beitragsentwicklung für die Zukunft ist nicht möglich. Hintergrund sind schwer einzuschätzende politische Unwägbarkeiten. Es wird zwar immer wieder beteuert, den Beitragssatz stabil zu halten. Verlässliche Aussagen über seine Entwicklung lassen sich hieraus aber nicht herleiten. Politische Willenskundgebungen lassen heute die Zielsetzung erkennen, den Beitragssatz bis zum Jahr 2020 unter 20 % zu halten. Eine darüber hinausgehende politische Prognose für den Rentenversicherungsbeitrag besagt, dass bis zum Jahr 2030 der Beitrag nicht über 22 % steigen soll.

Die Herausforderungen, vor denen die gesetzliche Rentenversicherung infolge des demografischen Wandels steht, sprechen grundsätzlich für höhere Rentenversicherungsbeiträge. Im Rahmen der sog. Agenda 2010 kam es seinerzeit daher zu einer ganz erheblichen Ausweitung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Es ist aber nicht absehbar, ob es in Zukunft vergleichbare politische Maßnahmen geben wird. Wahrscheinlicher ist es, dass die Rentenversicherungsbeiträge politisch ideologisch motiviert niedrig gehalten werden.

Infolge der durch die Entscheidung des Bundessozialgerichts im Befreiungsrecht eingetretenen Rechtssicherheit kann davon ausgegangen werden, dass wieder mehr angestellte Mitglieder, insbesondere aus der Industrie, von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit werden. Die Gefahr, dass ein großer Teil der angestellten Mitglieder aus der Mitgliedschaft im berufsständischen Versorgungswerk herausgebrochen wird, dürfte mit der abschließenden Positionierung des Bundessozialgerichtes gebannt sein. Nichtsdestotrotz müssen alle politischen Aktivitäten der gesetzlichen Rentenversicherung beobachtet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass über das gesetzgeberische Verfahren versucht wird, Mitglieder aus den berufsständischen Versorgungswerken zugunsten der gesetzlichen Rentenversicherung zu gewinnen.

Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die Prognose der Mitgliederzahlen allgemein sowie auf die derzeit politisch angestrebten Bezugsgrößen in der Sozialversicherung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Berufsstand ist nach derzeitigen Erkenntnissen langfristig allenfalls von einem stagnierenden Beitragsaufkommen auszugehen.

Beängstigend ist nach wie vor der Rückgang der Zahl der selbständigen Mitglieder, die in der Regel die allgemeine Versorgungsabgabe in die Apothekerversorgung abführen. In den vergangenen 10 Jahren hat die Apothekerversorgung Schleswig-Holstein weit über 100 selbständige Mitglieder verloren. Zum 31. Dezember 2018 ist die Zahl unter 500 abgesunken. Ursache dieses Rückganges ist der Umstand, dass die Apothekenbetriebe, die von älteren Kolleginnen und Kollegen am Markt platziert werden, vielfach von jüngeren Betriebserlaubnisinhabern erworben und als Filialbetrieb weitergeführt werden. Hinzu kommt die aktuelle Entwicklung, dass immer mehr Apothekenbetriebe schließen. In der Fläche werden keine neuen Apotheken gegründet. Das wirtschaftliche Risiko wird gescheut. Diese Entwicklung hat das Potenzial, das in der Versicherungsmathematik zu berücksichtigende Beitragsaufkommen zu belasten. Es fehlen zunehmend Mitglieder, die die allgemeine Versorgungsabgabe in das Versorgungswerk abführen. Die Zahl der Entwicklung der selbständigen Mitglieder belegt das ganz eindrucksvoll.

In der Vorausschau auf das Jahr 2019 ist grundsätzlich, vorbehaltlich der allgemeinen Volatilitätsgefahren am Kapitalmarkt, mit einem deutlich verbesserten Jahresergebnis zu rechnen. Durch den Verkauf der Direktimmobilie „Kiel-Süd“ (Lüdemann-/Faeschstraße) ergeben sich im Geschäftsjahr 2019 bilanzwirksame außerordentliche Erträge.

Die Kapitalerträge im Übrigen sollten stabil sein, obgleich gewisse Unsicherheiten immer bei den Erträgen aus alternativen Anlagen und aus Zuschreibungen bestehen. Dasselbe gilt auch für die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen. Darüber hinaus sind infolge der unterschiedlichsten Risikoszenarien am Kapitalmarkt die Abschreibungen auf Kapitalanlagen nur begrenzt kalkulierbar. Der versicherungsmathematische Überschuss hängt zudem stark vom Mitgliederbestand ab.