Der Mitgliederzuwachs im Geschäftsjahr 2016 bewegte sich vollumfassend im prognostizierten Korridor. Er entspricht ungefähr dem Mitgliederzuwachs im Berichtsjahr 2015. Im Vergleich zu den davorliegenden Jahren hat sich der Zuwachs der Mitglieder erwartungsgemäß reduziert. Für die nähere Zukunft ist mit größeren Veränderungen in den Durchschnittszahlen grundsätzlich nicht zu rechnen. Die Anzahl der Versorgungsempfänger wird aufgrund des Altersaufbaus, insbesondere im Bereich der vorgezogenen und regulären Altersruhegelder, in vorhersehbarem Rahmen ansteigen; hierdurch bedingt wird die Gesamtzahl der aktiven Mitglieder zukünftig weitgehend stagnieren oder sogar langfristig leicht rückläufig sein.

Einer besonderen Beobachtung bedarf regelmäßig die Modifikation der gesetzlichen Grundlagen für die Beitragserhebung. In der nachfolgenden Tabelle sind die Veränderungen vom Jahr 2013 bis zum Jahr 2017 gegenübergestellt:

Die für 2017 durch den Gesetzgeber festgelegten Parameter für die Beitragserhebung lassen keine deutlichen Veränderungen im Beitragsaufkommen erwarten. Mit einem unterstellten Mitgliederzuwachs auf Vorjahresniveau sollten die Beiträge aber leicht ansteigen. Eine verlässliche Prognose der Beitragsentwicklung für die Zukunft ist nicht möglich. Hintergrund sind auch schwer einzuschätzende politische Unwägbarkeiten. Die Herausforderungen, vor denen die gesetzliche Rentenversicherung infolge des demografischen Wandels steht, sprechen eigentlich für höhere Rentenversicherungsbeiträge. Im Rahmen der sog. Agenda 2010 kam es seinerzeit daher zu einer ganz erheblichen Ausweitung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Es ist aber nicht absehbar, ob es in Zukunft vergleichbare politische Maßnahmen geben wird. Denkbar wäre es genauso, dass die Rentenversicherungsbeiträge politisch-ideologisch motiviert niedrig gehalten werden.

Ob und in welchem Ausmaß die aufgrund der Entscheidungen des Bundessozialgerichts geänderte Verwaltungspraxis der Deutschen Rentenversicherung im Befreiungsrecht einen Einfluss auf das Beitragsvolumen hat, kann nicht prognostiziert werden. Obwohl die Entscheidung des Gerichtes schon im Jahr 2012 getroffen worden ist, gab es im Berichtsjahr 2016 noch keine Rechtssicherheit. Diese könnte sich ggf. im Jahr 2017 einstellen. In zahlreichen sozialgerichtlichen Verfahren ist das Ruhen angeordnet worden, weil die Richter auf ein Urteil des Bundessozialgerichts warten, das möglicherweise Klarheit schafft und Prognosen über den Ausgang der zahlreichen sozialgerichtlichen Verfahren zulässt.

Zunächst wird aber insbesondere für die Beschäftigten in der Industrie die bisherige Verunsicherung anhalten. Mit Sicherheit kann aus dem Blickwinkel des Versorgungswerkes davon ausgegangen werden, dass mittelfristig eine nicht ganz unerhebliche Anzahl von Mitgliedern der Apothekerversorgung Schleswig-Holstein verloren geht, wenn sich die sehr restriktive Verwaltungspraxis der Deutschen Rentenversicherung zu einer Verweigerung der Befreiung zugunsten des Versorgungswerkes durchsetzen wird. Das hat dann zwangsläufig negative Konsequenzen für das Beitragsvolumen in der Apothekerversorgung. Im Worst Case werden dem Versorgungswerk alle abhängig beschäftigten Apotheker entzogen, die zwar pharmazeutisch tätig sind, für deren Tätigkeit aber eine Approbation nicht zwingend Voraussetzung ist.

Vor diesem Hintergrund, und im Hinblick auf die Prognose der Mitgliederzahlen allgemein sowie auf die derzeit politisch angestrebten Bezugsgrößen in der Sozialversicherung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Berufsstand, ist nach derzeitigen Erkenntnissen langfristig allenfalls von einem stagnierenden Beitragsaufkommen auszugehen.

Beängstigend ist der Rückgang der Zahl der selbständigen Mitglieder, die in der Regel die allgemeine Versorgungsabgabe in die Apothekerversorgung abführen. In den vergangenen 10 Jahren hat die Apothekerversorgung Schleswig-Holstein weit über 100 selbständige Mitglieder verloren. Ursache dieses Rückganges ist der Umstand, dass die Apothekenbetriebe, die von älteren Kolleginnen und Kollegen am Markt platziert werden, vielfach von jüngeren Betriebserlaubnisinhabern erworben und als Filialbetrieb weitergeführt werden. Diese Entwicklung hat das Potenzial, das in der Versicherungsmathematik zu berücksichtigende Beitragsaufkommen zu belasten.

Es sind keine Ereignisse erkennbar, die vorbehaltlich der allgemeinen Volatilitätsgefahren am Kapitalmarkt zu einer ganz deutlichen Abweichung vom Jahresergebnis 2016 führen. Es ist insoweit grundsätzlich mit einem vergleichbaren Überschuss zu rechnen. Die Kapitalerträge sollten stabil sein, obgleich gewisse Unsicherheiten immer bei den Erträgen aus Zuschreibungen bestehen. Dasselbe gilt im gewissen Rahmen auch für die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen. Darüber hinaus sind infolge der unterschiedlichsten Risikoszenarien am Kapitalmarkt die Abschreibungen auf Kapitalanlagen nur begrenzt kalkulierbar. Der versicherungsmathematische Überschuss hängt stark vom Mitgliederbestand ab.