Der Mitgliederzuwachs im Geschäftsjahr 2017 lag etwas über dem Mitgliederzuwachs des Vorjahres. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass die Zahl der neuen Mitglieder in den einzelnen Jahren sehr stark schwanken kann. Prognosen sind nur schwer möglich. Für die nähere Zukunft ist mit größeren Veränderungen in den Durchschnittszahlen grundsätzlich aber nicht zu rechnen. Die Anzahl der Versorgungsempfänger wird aufgrund des Altersaufbaus, insbesondere im Bereich der vorgezogenen und regulären Altersruhegelder, in vorhersehbarem Rahmen ansteigen; hierdurch bedingt wird die Gesamtzahl der aktiven Mitglieder zukünftig weitgehend stagnieren oder sogar langfristig leicht rückläufig sein.

Einer besonderen Beobachtung bedarf regelmäßig die Modifikation der gesetzlichen Grundlagen für die Beitragserhebung. In der nachfolgenden Tabelle sind die Veränderungen vom Jahr 2014 bis zum Jahr 2018 gegenübergestellt:

Die für 2018 durch den Gesetzgeber festgelegten Parameter für die Beitragserhebung lassen keine deutlichen Veränderungen im Beitragsaufkommen erwarten. Trotz des sinkenden Beitragssatzes von 18,7 % auf 18,6 % dürfte das Beitragsvolumen geringfügig steigen, vorausgesetzt, der Mitgliederzuwachs bewegt sich ungefähr auf dem Vorjahresniveau.

Eine verlässliche Prognose der Beitragsentwicklung für die Zukunft ist nicht möglich. Hintergrund sind schwer einzuschätzende politische Unwägbarkeiten. Der Beitragssatz für gesetzliche Versicherte lag im Jahr 2010 bei 19,9 %. Politische Willenskundgebungen lassen die Zielsetzung erkennen, den Beitragssatz bis zum Jahr 2020 unter 20 % zu halten. Eine darüber hinaus gehende politische Prognose für den Rentenversicherungsbeitrag besagt, dass bis zum Jahr 2030 der Beitrag nicht über 22 % steigen soll.

Die Herausforderungen, vor denen die gesetzliche Rentenversicherung infolge des demografischen Wandels steht, sprechen grundsätzlich für höhere Rentenversicherungsbeiträge. Im Rahmen der sog. Agenda 2010 kam es seinerzeit daher zu einer ganz erheblichen Ausweitung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Es ist aber nicht absehbar, ob es in Zukunft vergleichbare politische Maßnahmen geben wird. Wahrscheinlicher ist es, dass die Rentenversicherungsbeiträge politisch ideologisch motiviert niedrig gehalten werden.

Ob und in welchem Ausmaß die aufgrund der Entscheidungen des Bundessozialgerichts geänderte Verwaltungspraxis der Deutschen Rentenversicherung im Befreiungsrecht einen Einfluss auf das Beitragsvolumen hat, kann nicht prognostiziert werden. Obwohl die Entscheidung des Gerichtes schon im Jahr 2012 getroffen worden ist, gab es auch im Berichtsjahr 2017 noch keine Rechtssicherheit. Diese könnte sich aber im Jahr 2018 endlich einstellen. In einer den Berufsstand der Apotheker betreffenden Entscheidung wird erwartet, dass sich das Bundessozialgericht abschließend positioniert. Es wäre dann möglich, eine gewisse Prognose zu treffen über den Ausgang der zahlreichen anhängigen sozialgerichtlichen Verfahren.

Zunächst wird aber insbesondere für die Beschäftigten in der Industrie die bisherige Verunsicherung anhalten. Mit Sicherheit kann aus dem Blickwinkel des Versorgungswerkes davon ausgegangen werden, dass mittelfristig eine nicht ganz unerhebliche Anzahl von Mitgliedern der Apothekerversorgung Schleswig-Holstein verloren geht, wenn sich die sehr restriktive Verwaltungspraxis der Deutschen Rentenversicherung zu einer Verweigerung der Befreiung zugunsten des Versorgungswerkes durchsetzen wird. Das hat dann zwangsläufig negative Konsequenzen für das Beitragsvolumen in der Apothekerversorgung. Im Worst Case werden dem Versorgungswerk alle abhängig beschäftigten Apotheker entzogen, die zwar pharmazeutisch tätig sind, für deren Tätigkeit aber eine Approbation nicht zwingend Voraussetzung ist.

Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die Prognose der Mitgliederzahlen allgemein sowie auf die derzeit politisch angestrebten Bezugsgrößen in der Sozialversicherung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Berufsstand, ist nach derzeitigen Erkenntnissen langfristig allenfalls von einem stagnierenden Beitragsaufkommen auszugehen.

Beängstigend ist der Rückgang der Zahl der selbständigen Mitglieder, die in der Regel die allgemeine Versorgungsabgabe in die Apothekerversorgung abführen. In den vergangenen 10 Jahren hat die Apothekerversorgung Schleswig-Holstein weit über 100 selbständige Mitglieder verloren. Ursache dieses Rückganges ist der Umstand, dass die Apothekenbetriebe, die von älteren Kolleginnen und Kollegen am Markt platziert werden, vielfach von jüngeren Betriebserlaubnisinhabern erworben und als Filialbetrieb weitergeführt werden. Diese Entwicklung hat das Potenzial, das in der Versicherungsmathematik zu berücksichtigende Beitragsaufkommen zu belasten. Es fehlen zunehmend Mitglieder, die die allgemeine Versorgungsabgabe in das Versorgungswerk abführen. Im Berichtsjahr 2017 ist die Zahl der selbständigen Mitglieder erneut um 10 Personen gesunken.

In der Vorausschau auf das Jahr 2018 sind keine Ereignisse erkennbar, die vorbehaltlich der allgemeinen Volatilitätsgefahren am Kapitalmarkt zu einer ganz deutlichen Abweichung vom Jahresergebnis 2017 führen. Es ist insoweit grundsätzlich mit einem vergleichbaren Überschuss zu rechnen. Die Kapitalerträge sollten stabil sein, obgleich gewisse Unsicherheiten immer bei den Erträgen aus Zuschreibungen bestehen. Dasselbe gilt im gewissen Rahmen auch für die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen. Darüber hinaus sind infolge der unterschiedlichsten Risikoszenarien am Kapitalmarkt die Abschreibungen auf Kapitalanlagen nur begrenzt kalkulierbar. Der versicherungsmathematische Überschuss hängt zudem stark vom Mitgliederbestand ab.